Freundschaft / Friendship

8T0A9032.jpg

Ein Wort kann vieles bedeuten. In der heutigen Zeit sollte man mit Worten vorsichtig umgehen. Vor allem mit dem Wort „Freund“ bzw. „Freundschaft“. Wie genau definieren wir Freunde und wann wird jemand zu einem Freund? Die Parameter, wann jemand einen Menschen als Freund bezeichnet, muss jeder selbst bestimmen. Jedoch wird der Begriff oftmals völlig aus dem Nichts in den Raum geworfen. Fast fahrlässig. Als ich in der Pubertät war und meine Schulfreunde um mich herum hatte, war irgendwie jeder ein Freund. Man sah sich täglich und musste sich mit den Menschen, die man um sich hatte, arrangieren. Was auch völlig okay war. 

One word can have many meanings. Nowadays, one should be careful about words. Especially about the word "friend" or "friendship". How exactly do we define friends and when does somebody become a friend? The parameters of when somebody becomes a friend are something everyone should define on their own. Still, the term is often floated out of nowhere. Almost negligently. When I was at the age of puberty and had my peers around me, somehow everyone was like a friend to me. One was together everyday and had to get along with the people one was surrounded by. Which was totally fine.

In der Oberstufe habe ich einen neuen Freund kennengelernt. Dieser brachte mich das erste Mal zum Nachdenken über den Begriff „Freund“. Bei unserem ersten Aufeinandertreffen sagte ich ihn nämlich direkt: „Hey, cool, einen neuen Freund in dir gefunden zu haben“ – darauf er: „Freund? Also wir sind uns doch noch fremd. Ich würde uns eher als Fremde bezeichnen.“ Da war der Groschen gefallen.

Dieses Aufeinandertreffen hat mich zum Nachdenken bewogen. Man muss sich erst mal kennenlernen, den Anderen verstehen, durch Höhen und Tiefen gehen, um sicher zu sein, wer Freund ist und wer nicht. Erst dann kann man erschließen, auf wen man wirklich bauen kann. Mit ihm bin ich einige Male durch Höhen und Tiefen gegangen und in den tiefsten Momenten war er da… 

8T0A9055.jpg

At high school, I got to know a new friend. This one made me reconsider the term "friend" for the first time. Because when we first met, I immediately said: "Hey, it's cool having found a new friend in you" – whereupon he said: "Friend? We don't really know each other. I would rather call us 'strangers'." Then, the penny dropped.

This encounter made me think. One must get to know each other at first, understand each other, go through thick and thin, to be sure who is a friend and who is not. Only then, one can ascertain who one can really rely upon. I went through thick and thin with him several times and he was there during the worst moments...

Heute, wo wir täglich neue Menschen kennenlernen können, verschwimmt dieser so wichtige Begriff „Freundschaft“. Wir verfallen in eine Art Sucht. Die Sucht nach dem Neuen und Besseren. Fast wie in Partnerschaften. Aber wer ist wirklich da für dich in den dunkelsten Momenten? Wer ist da und lacht mit dir? Wer ist da und weint mit dir? Sind es die Bekannten oder die Freunde? 

Das Wichtigste ist, dass man sich dessen bewusst wird, dass nicht jeder Mensch, der einem über den Weg läuft, ein „Freund“ wird oder werden kann. Da fällt mir eine andere Anekdote ein. Mir sagte mal eine Bekannte:

In unserem Lebensweg treffen wir auf die unterschiedlichsten Menschen. Manche bleiben für gewisse Momente, andere streifen nur kurz deine Sicht, wiederum andere verharren und andere bleiben für immer an der Seite. Es gibt diejenigen, die dir einen Stoß geben, etwas anders zu machen. Es gibt diejenigen, aus denen du mit Schmerz lernst, etwas in deinem Leben anders zu machen, und es gibt die, die alles für dich geben und du auch für sie. Die alles stehen und liegen lassen, um für dich da zu sein.
8T0A9057.jpg

Das wichtigste Gut in der Freundschaft ist die Ehrlichkeit. Das können viele nicht, da sie manchmal noch nicht mal ehrlich zu sich selbst sind.

Der Beitrag ist entstanden, weil ich mit Erschrecken feststellen musste, dass ich meine Werte von Freundschaft in einigen Momenten verloren habe. Verloren in der Arbeit, verloren im Alltag, verloren im Social Media.

Nowadays, where we are able to get to know new people daily, this important term "friendship" becomes indistinct. We become kind of addicted. Addicted to what is new and better. Almost like in partnerships. But who is really there for you in the darkest moments? Who is there and laughs with you? Who is there and cries with you? Acquaintances or friends?

The most important thing is to be aware of the fact that not everybody crossing one's path becomes or can become a "friend". Concerning this, an anecdote comes to my mind. Once, an acquaintance of mine said to me:

During our journey through life, we meet most diverse people. Some stay for certain moments, others only briefly come in view, others again remain and stay by your side forever. There are those giving you a push to do something differently. There are those you painfully have to learn from to do something in your life differently, and there are those giving their all to you which you do for them as well. Those who drop everything to be there for you.

The most important good in a friendship is honesty. Many are not able to cope with it since they are not even honest with themselves sometimes.

This post came into being since I was horror-stricken at having lost my values concerning friendship at some points. Lost at work, lost in everyday life, lost in social media.

DOMINIKHMUELLERComment