DOMINIKHMUELLER

HIS VIEW

Photography : All that I am

PHOTOGRAPHY : ALL THAT I AM

 

 

Fotografie ist für mich: Die eigene Persönlichkeit, die eigenen Träume, Gedanken fotografisch zu realisieren. Den Moment festzuhalten. Genau diesen einen, den es nicht ein zweites Mal gibt. Unser Leben ist wie ein Abenteuer zu nehmen, je eher wir dies erkennen, desto schneller können wir das Leben als eine Art Kunst an sich betrachten. Kunst ist vielschichtig, Kunst ist Persönlichkeit und Herz, und so auch das Leben, so die Fotografie. Durch meine Großmutter habe ich ein gewisses angeborenes Talent in mir. Sie war zwar Schneiderin und keine Fotografin, dennoch sehe ich viele Parallelen. Meine Großmutter hat kein Maß genommen, sie hat einfach drauf los geschnitten, den Menschen betrachtet und ihm oder ihr ein perfektes Outfit geschneidert. Mir geht es ähnlich. Wenn mir Menschen begegnen, bekomme ich direkt eine Idee, wie ein fertiges Foto aussehen könnte. Licht, Setaufbau, Kleidung, Make-Up und Haare. Alles ist schon fertig in meinem Kopf. Für die Umsetzung brauche ich meist nicht viel, denn ich habe mich früher auch mit den kleinen Dingen zufriedengegeben. Klar sind ein riesiges Set und ein großes Studio ideal, doch mir reicht auch das Kleine. Meiner Meinung nach ist jeder Mensch fotogen.


To me, photography is realizing the own personality, the own dreams, the own thoughts photographically. Capturing the moment. Exactly this one which will not be there for a second time. Our life is to be taken as an adventure, the earlier we perceive this, the faster we can look at life as a kind of art in itself. Art is eclectic, art is personality and heart, and so is life, so is photography. Due to my grandmother I have a certain talent in me. She was a taylor and not a photographer, but still, I see many parallels. My grandmother did not take measurements, she just started cutting, looked at the person and made a perfect outfit for him or her. I feel similar about this. When I meet people, I directly get an idea of what a completed photo could look like. Light, set up, clothes, make up and hair. Everything is ready in my head. Most of the time I do not need much for the implementation, because in the past, I was also content with little things. Of course, a giant set and a big studio are ideal, but the the little things are also enough for me. In my opinion, every person is photogenic.

 

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Es wird Zeit, mal ein wenig von meinem Werdegang als Fotograf, der Intention dahinter und auch über die Schattenseiten zu berichten. Wenn ich mich recht erinnere, hat meine fotografische Laufbahn damit begonnen, dass ich mit meiner Cousine für ein Geschenk an unsere Oma Fotos geschossen habe. Damals dürfte ich 13 oder 14 Jahre alt gewesen sein. Mein Werkzeug für diesen Einsatz war: eine Digicam, 3 Megapixel, kein Zoom und die Bilder in Schwarzweiß! Das nächste ,,Shooting" war ebenfalls ein Geschenk, für die Mutter einer Freundin. Die Idee: Fotos für die Küche! Der Ort des Geschehens? McDonald's - haha. Weitere Erfahrungen habe ich damit gesammelt, dass meine Nachbarin als Model herhalten musste, heimatliche Landschaften wurden aus sämtlichen Winkeln fotografiert. Wie man eben so beginnt…


It is time to tell about my development as a photographer, the intention behind it and also the drawbacks. Unless I am mistaken, my photographic career began with me taking photos together with my cousin for a present for our grandma. I might have been about 13 or 14 years old back then. My tool for this mission was: a Digicam, 3 megapixels, no zoom and the pictures in black and white! The next "shooting" was a present as well, for the mother of a friend. The idea: photos for the kitchen! The scene of the event? McDonald's, haha. I gained further experiences with my neighbor who had to serve as a model, local landscapes were photographed from every corner - the way one begins...

2010 

Der nächste Schritt, das erste große Shooting, war im Jahr 2010 mit Mehmet Durmaz (Tänzer). Ich glaube, an diesem Tag habe ich das erste Mal über 1.000 Bilder verschossen. Wir haben die Location und die Outfits gewechselt. Alles wurde richtig groß aufgezogen. Mit Erfolg, die Bilder kamen super in den damaligen Social Media Netzwerken an. Das war wirklich der Anstoß für all das Kleine und Große, was nun folgt. Dafür bin ich nach wie vor sehr dankbar. Generell sollte man sein ganzes Leben dankbar sein, für alles, was einem Familie, Freunde und Wegbegleiter mitgeben. Sei es in kurzen Momenten oder in tiefen langen Zügen.


The next step, the first big shooting, was in 2010, with Mehmet Durmaz (dancer). I believe that I shot more than 1.000 photos for the first time on that day. We changed the location and the outfits. Everything was implemented in a really big way. With success, the pictures went down well with the social media networks of that time. That really was the initiation for all the little and big things which are following now. I am still very grateful therefor. In general, you should be grateful during your whole life, for everything that family, friends and companions give you to take it with you. Be it in short moments or in deep and long phases.

2011

2012

2013

2013 war ein prägendes Jahr. Mitte des Jahres ist meine Großmutter verstorben. Durch so einen plötzlichen Einschlag in dein Leben hinterfragst du vieles. Du lebst intensiver, jedenfalls versuchst du es. Du genießt den Moment, verschwendest keine Zeit mehr mit Dingen, die dich nicht erfüllen. Weißt noch mehr zu schätzen, was du an deiner Familie und deinen Freunden hast. Mein fotografischer Stil wurde meiner Meinung nach reifer, vielleicht auch düsterer in manchen Momenten... Oder nennen wir es emotionaler! Außerdem bin ich nach Berlin gefahren, um meine Zukunft zu planen...


2013 was a formative year. My grandmother deceased in the middle of the year. Due to such a sudden impact, you question a lot. You live more intensively, or at least you try to. You enjoy the moment, you do not waste time anymore with things that do not suffuse you. You appreciate more what you have with your family and friends. My photographic style became more mature in my opinion, maybe also somberer in some moments. Or let's call it more emotional. Furthermore, I drove to Berlin to plan my future.

2014

Abitur in my pocket & Hello Berlin

 

Mit dem Umzug nach Berlin hat sich einiges geändert. Erstens habe ich mein Studium begonnen. Zweitens die Stadt an sich. Wenn man sein Leben bis dahin auf dem Land gelebt hat und jede Ecke kennt, wird man von dem Großstadtgetümmel für kurze Zeit außer Atem gesetzt. Die Reize und Inspirationen, die Berlin bietet, überbieten alle Ängste. Meine erste fotografische Begegnung in Berlin war die Vernissage von Oliver Rath, noch vor Beginn meines Studiums. Er hat im Oktober 2014 sein Fotobuch BERLIN BOHÈME veröffentlicht. Das war schon verrückt, all die Menschen, die ich bis dato nur von meinem heimischen Fernseher kannte, waren dort. 

Ich muss sagen, dass ich vor Beginn meines Studiums überhaupt keine Ahnung hatte, wie man eine Kamera einstellt, geschweige denn, was eine Blende ist! Blitzlicht kam das erste Mal zum Einsatz und ich hatte ein Studio zur Verfügung. Nach erster kurzweiliger Überforderung durch all die technischen Dinge, die ich bislang nicht in Betracht gezogen hatte, pendelte sich alles ganz gut ein. Die nächste Herausforderung war eher die Frage nach: Wo bekomme ich meine Models her? Die Antwort: Instagram! Wenn ich eines gelernt habe in den Jahren, ist es das, dass man keine Angst haben darf, fremde Menschen zu kontaktieren oder anzusprechen. Einfach machen! Was kann schon groß passieren? Entweder ein ,,Ja" oder ,,Nein" oder… Gar keine Reaktion. Demnach habe ich mich durch die sozialen Netzwerke geforstet und bin fündig geworden. 


Some things changed with my relocation to Berlin. Firstly I began to study. Secondly the city itself. If one has lived one's life in the countryside until then and knows every corner, the turmoil of the city gets one out of breath for a short time. The attractions and inspirations Berlin offers conquer all fears. My first photographic encounter in Berlin was the vernissage of Oliver Rath, even before my studies began. He published his photobook BERLIN BOHÈME in October 2014. That was quite crazy, all those people I only knew from my TV hitherto were there. I have got to say that I had had absolutely no idea about how to set up a camera before I began to study, let alone what a lens opening is! Flashlight was called into action and I had a studio on hand. After a first entertaining overextension due to all the technical things I had not taken into account until then, everything leveled off well. The next challenge was rather the question: Wherefrom can I get the models? The answer: Instagram! If I have learned one thing over the years, it is that one mustn't be afraid to contact or address strangers. Just do it! What can happen? Either a "yes" or a "no" or... No reaction at all. According to this, I scoured the social networks and made a find.

 

 

2015 

Die Fashion Week im Januar brachte zwar nicht den Erfolg als Model, damals war ich noch bei einer Modelagentur unter Vertrag, jedoch konnte ich fotografisch einige Kontakte knüpfen. Daher hatte ich auch meinen ersten Job als Fotograf, denn ich durfte zwei Kampagnen schießen für einen Berliner Designer. Insgesamt habe ich über 50 Shootings in diesem Jahr gehabt!


The Fashion Week in January did not bring the success as a model, back then I was still under contract to a model agency, but I could make new contacts photographically.  As I already mentioned, I had my first job as a photographer in 2015 because I could shoot two campaigns for a designer from Berlin. All in all I have had more than 50 shootings in that year!

2016

Nach einem aufregenden und verrückten Jahr 2015 war es 2016 vorerst ruhiger und die Frage kam auf: Bin ich überhaupt gut genug? Und für wen mache ich das alles hier eigentlich? Erste Zweifel kamen auf und die Frage nach dem tieferen Sinn. Die „Problematik“ an dem Berufsfeld Fotograf heute ist, meiner Meinung nach, dass es viele gibt. Der Markt ist überschwemmt. Jeder nennt sich Fotograf, teilweise haben sie noch nicht einmal das Know-how. Bieten günstiger Arbeit an als andere. Aber ist günstig gleich gut? Das ist Ansichtssache. Ich hatte, bis ich nach Berlin gezogen bin, immer noch dieses 90er-Denken im Kopf. Hohe Gagen, jeder feiert dich wie die ganz großen Fotografen der damaligen Zeit. Davon ist heute kaum etwas über. Preise drücken! Schnell und kostengünstig. Bleibt da noch Zeit für Kreativität? Der Beruf des Fotografen hat an Wertschätzung verloren. Was viele Menschen vergessen, ist, wie hart dieser Job teilweise ist. Früher vielleicht sogar noch härter, da die Technik heute einiges erleichtert. Es ist nicht nur damit getan, kurz auf den Auslöser zu drücken. Vorarbeit und Nachbereitung werden so oft vergessen. Nimmt man als Beispiel eine zweitägige Produktion, benötigt man Folgendes: Studio, Assistenten, Styling, Hair & Make-Up, Ausrüstung… Die Planung dafür nimmt mindestens eine Woche in Anspruch. Einen Tag allein verbringt man damit, alles aufzubauen, und, wenn man Zeit hat, die Lichteinstellungen zu testen. Die weiteren beiden Tage ist man bis zu zehn Stunden pro Tag im Studio und produziert. Dann wieder alles abbauen und die eigentliche Arbeit beginnt. Selektieren der Fotos, Retuschieren der Bilder, etc. Ich z.B. bearbeite, wenn ich schnell bin, ein Foto in 20-30 Minuten. Hat man ein Editorial von zehn Fotos, sind es fünf Stunden, die man daran sitzt. Insgesamt sind es ein bis zwei Wochen, die man für ein gut geplantes Editorial braucht. Natürlich gibt es auch Easy-going-Sachen wie Portraits etc., dennoch darf man da auch die Vor- und Nachbereitung nicht vergessen. Ich möchte den Beruf definitiv nicht schlechtreden, jedoch sollte man ihn überdenken und hinterfragen. Mehr Anerkennung für die Menschen, welche kreative Berufe ausüben - das wünsche ich mir. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mein Hobby und Talent zu meinem Beruf machen kann. Trotzdem plane ich in naher Zukunft vielleicht zweigleisig zu fahren. Wie? Das weiß ich noch nicht genau, vielleicht mit einem Master in einem anderen oder ähnlichen Berufszweig. 


After an exciting and crazy year 2015 it was calmer for the time being in 2016 and the question came up: am I even good enough? And who am I actually doing all this for? First doubts came up and the question for a deeper sense. The problem about the occupational area photographer is, in my opinion, that there are many of them. The sector is glutted. Everyone calls himself a photographer, partially they do not even have the know how. They offer their work cheaper than others. But does "cheap" mean "good"? That is a matter of opinion. Before I had come to Berlin, I still had this 90s way of thinking in my head. High fees, everyone celebrates you like the famous photographers of that time. Scarcely anything of that is left nowadays. Cut the prices! Fast and cheap. Is there any time left for creativity? The job of the photographer has lost appreciation. What many people forget is how hard this job partially is. Maybe it was even harder in the past since the technology facilitates some things nowadays. It is not over by briefly pushing the release button. Preparation and post-processing are so often forgotten. When you take a two-day production as an example, one needs the following things: a studio, assistans, styling, hair and make up, equipment... The planning therefor takes up one week at least. You already spend one day arranging everything and, if there is some time left, checking out the light setting. For the next two days, one is in the studio for up to ten hours a day and produces. Then one has to remove everything and the actual work begins. Selecting the photos, retouching the pictures, etc. I for example edit a photo in 20-30 minutes when I am quick. If one has an editorial of ten photos, it takes five hours. All in all, one needs one or two weeks for a well-planned editorial. Of course there are also easy-going things like portraits, but one mustn't forget the preparation and post-processing either. I definitely do not want to badmouth the job, but one should rethink and question it. More appreciation for the people who pursue a creative trade - that's what I am wishing for. I am very happy about being able to turn my hobby and talent into a career. In spite of that, I am planning on adopting a two-pronged strategy in the near future. How? I do not rightly know yet, maybe with a master's degree in another or similar line of occupation.

2017 ... FREIHEIT

Wenn du den Traum hast, wenn du Talent hast, dann mach das, was dich glücklich macht. Heute haben wir das Privileg der Freiheit und unsere Träume zu verwirklichen, dann sollten wir dies auch machen - bevor uns die Freiheit genommen wird.

If you have a dream, if you have got talent, do what makes you happy. Nowadays we have the privilege of freedom and of being able to realize or dreams, so we should do so - before this freedom gets taken away.
DOMINIKHMUELLERComment