Kapitel 23

Persönlichkeit & Authentizität

Träume sind aus Mut gemacht ... Pullover von Zara 

Wo ist die Zeit geblieben ?

Es ist der 15.11.2016. Heute werde ich 23 Jahre alt. 8395 Tage, 276 Monate, 23 Jahre bin ich hier. 2 Jahre davon in Berlin. Kurz mal Zeit inne zu halten und persönlich zu werden.Persönlichkeit und Authentizität, das ist heute wichtiger den je. Zwischen Perfektion in der virtuellen Welt und dem realen Leben gibt es meiner Meinung nach kaum noch eine Trennung. Jeder möchte perfekt sein. Jeder möchte überall dabei sein. Alle kennen jeden. So scheint es jedenfalls. Doch wen kennst DU wirklich ? Wer ist Freund und wer ist Feind ? Wer ist das who is who im Netz ? 

Oft wird gesagt, dass Unser Leben ein reines Abenteuer ist. Je eher wir dies erkennen, desto schneller können wir das Leben als eine Art Kunst an sich betrachten. Kunst ist vielschichtig, Kunst kann man ernst nehmen oder nicht, Kunst ist individuell, Kunst ist eigen … so auch Unser Leben.

Vieles ist passiert. Viele Menschen sind mir begegnet. Einige sind geblieben, andere sind gegangen. Manche früher, da sie nicht so viel Zeit hatten. Manche länger und einige sind immer noch da. Menschen, die wir jeden Tag treffen, haben etwas mit unserem Schicksal zu tun. Einige machen uns zu dem was wir heute sind, einige brechen uns. Jeder Einzelne bringt Erinnerungen, welche nicht einfach gehen. Diese bleiben ! In dem letzten Jahr ist einiges passiert.


Als ich vor zwei Jahren nach Berlin gezogen bin, um dort mein Studium zu absolvieren, hatte ich große Erwartungen. Neue Stadt, neue Menschen, neues Umfeld. Raus aus dem Land und rein in die größte Metropole Deutschlands. Die große Vorfreude und Euphorie war in den ersten Monaten ein täglicher Begleiter. Events, dutzende Menschen um mich herum, die ich bis dato nur aus dem heimischen Fernseher kannte, Fotografie etc. Die Stadt hatte das Landleben eingeholt. Von 0 auf 100 in nur wenigen Wochen. Doch … die Konkurrenz schläft nicht. Wenn man nicht mehr funktioniert wird man eben ersetzt. Einmal nicht aufgepasst, eine Chance vertan. Raus bist Du. Nun stellt sich die Frage, gibt es dieses Phänomen nur in Berlin ? Vielleicht ist es mein Berufsfeld, indem ich mich aufhalte ? Oder ist es ein Konstrukt der heutigen kapitalistischen Gesellschaft ? Wer nicht punktgenau abliefert wird eben ersetzt. Mensch gleichgesetzt mit Maschine. Interessante These oder ?

Den richtigen Zeitpunkt ... Uhr von Kapten & Son

Den richtigen Zeitpunkt ... Uhr von Kapten & Son

Den genauen Zeitpunkt wann im letzten Jahr der Schwung Euphorie verschwand, kann ich nicht nennen. An einem Morgen wachte ich auf und fragte mich : Ist es das was ich möchte ? Kann ich überhaupt fotografieren ? Habe ich ein Talent und die wichtigste Essenz, wen kann ich hier in dieser Metropole überhaupt Freund / Freundin nennen ?  Ein innerer Wegruf ! Meiner Meinung nach … kann Berlin Fluch und Segen zugleich sein. 

Wenn Du gut bist, wenn Du schnell ablieferst, wenn Du ein Talent hast, kannst Du von heute auf morgen zum neuen Star werden. Doch ebenso kannst Du fallen. Falls Du fällst, dann darfst Du dir noch aussuchen wie tief.

Ständiger Konsum von Alkohol, Drogen bis hin zum Suizid… Manche gehen daran kaputt. Manche eben nicht. So schnell wie du im Beruf durchstarten kannst, so schnell findest du „Freunde“. Manche sind wirklich echte wahre Freunde. 80 % leider nicht. So meine Erfahrung. Daher behüte ich mir meine Menschen aus meiner Heimat so sehr. Sie sind die Essenz zum Überleben. Die Verführung, seinen seelische Zustand zu betäuben, ist riesig. Ich habe NEIN gesagt. Von Anfang an.

IMG_1542.jpg

Nun war es Zeit für eine Auszeit. Eine große Reise stand mir bevor. Zurückkehren auf das Land. Energie tanken. Kreativität schöpfen, sich den internen Dämonen nähern und sich mit ihnen auseinandersetzen. Das habe ich getan, über viele Monate. Habe mein Studium unterbrochen und den Studiengang gewechselt. Mich auf mich fokussiert. Keineswegs finde ich meine Entscheidungen verwerflich. Sie waren und sind das bestmögliche gewesen. Die heutige Gesellschaft setzt Standards, welche in manchen Bereichen, nicht in allen, nur in manchen utopisch erscheinen. Dabei verliert man die Sicht auf sich selbst. Die Verbindung zum Inneren ich. Sich selbst nimmt man überall mit hin. Mit sich im Reinen zu sein, ist das wichtigste was man im Leben erstreben sollte. Danach kann man die Karriere planen. All diejenigen, welche sich unsicher sind, welche nicht wissen wohin, wie geht es nach der Schule weiter, welche Talente habe Ich. Nehmt Euch die Zeit, die Ihr braucht. Nehmt Euch ernst, setzt Euch mit Euch auseinander. Eure Eltern, wollen wahrscheinlich, dass Ihr Euren Weg plant. Könnt Ihr ja auch, aber bitte macht den Mund auf, traut Euch zu sagen, wenn Ihr merkt, es ist der falsche. Alle Wege führen nach Rom, wie man so schön sagt. Meiner Meinung nach lohnt es sich auch mal einen Umweg zu gehen und sein Ziel zu überdenken, kurz inne zu halten und mal links und rechts betrachten.

Abschließend lässt sich sagen, dass alle Berge und Hügel, alle tiefen Täler, alles was passiert, einen prägt und formt . Zu dem der Du bist. Das ist gut so !

Comment